Wir kommunizieren immer weniger, körperlich und geistig eingeschränkte Menschen dafür umso mehr.

Wer kennt es nicht, man sitzt in der Bahn oder im Bus und alle Leute starren versteinert auf ihr Smartphone. Die ganzen neuen Technologien haben uns bereits in ihren Bann gezogen. Wir nutzen sie von morgens bis abends wo wir nur können und vergessen dabei oft uns auch einmal verbal mit unseren Mitmenschen auseinander zu setzen.

Doch wie ergeht es den Menschen, die gar nicht in der Lage sind sich “normal” zu äußern? Wie viele von ihnen würden gerne mal ein paar Worte sprechen und sagen was sie möchten?

Natürlich hat auch hier die digitale Welt der Medien niemanden vergessen und sich dem Problem angenommen, Programme und Apps zu entwickeln, welche die Kommunikation fördern und verbessern sollen.

 

GO TALK NOW:

Go Talk Now” ist eine Kommunikations- App, die es Menschen mit einer Behinderung möglich macht, ihre Wünsche und Bedürfnisse besser zu äußern.

Beim Öffnen der App findet man leere Felder vor, in welche individuell gestaltete Bildkarten oder vorhandene Vorlagen einfügt werden können. Nach Bedarf kann man diese mit einem Schriftzug versehen. Tippt der Nutzer eine Karte an, spricht das Gerät (z.B. Tablet)  den Schriftzug aus.

Je nachdem wie intensiv das Kind mit dem Programm arbeitet, ermöglicht die App das Erstellen mehrer Ordner mit verschiedenen Kategorien z.B. Essen und Trinken oder Spiele.

Kann der/ die SchülerIn gut mit dem Programm umgehen, bewegt er/ sie sich eigenständig zwischen den Ordnern hin und her. Andernfalls kann man dem Kind dabei helfen und öffnet z.B. beim Frühstück oder Mittagessen den dazugehörigen Ordner. So kann er/ sie sich z.B.  äußern, ob es gut oder schlecht schmeckt oder ob er/ sie satt ist.

Auch Lehrer und Betreuer können so mit der/ dem SchülerIn kommunizieren, indem sie z.B. auf das “Trinken” Symbol drücken. Das Kind kann dann z.B. mit “Ja” oder “Nein” antworten.

       

Desto vertrauter der/ die SchülerIn mit den Benutzeroberflächen ist, kann man die einfachen Bilder ,mit nur einem Wort als Bildunterschrift, auch zu ganzen Wortgruppen erweitern. So ist es möglich, dass der/ die KlientIn ganze Sätze “sprechen” kann.

So erleichtert die App einem den Zugang zur Kommunikation mit den Kindern vor allem dann, wenn man ganz am Anfang steht, eine “Sprachebene” mit ihnen herzustellen. Vor allem hat man so die Mittel der/ dem KlientIn die Möglichkeit zu geben, selbst zu bestimmen und Wünsche zu äußern, was in der Arbeit mit körperlich und geistig behinderten Kindern und Jugendlichen nicht immer einfach ist.

 

Nachteile?

Einen negativen Punkt stellt für mich der hohe Kostenfaktor dar. Mit 89,99€  und der Vorraussetzung für ein damit kompatibles Gerät, ist das nicht für jede Familie machbar. Die „Lite“- Version kann sich zwar jeder kostenlos downloaden, jedoch sind die Möglichkeiten eingeschränkt. In meiner Einrichtung benutzen wir z.B. iPads die jedoch auch der Einrichtung gehören. So kann die Kommunikation aber nur innerhalb unserer Einrichtung gefördert werden. In manchen Fällen unterstützen die Krankenkassen ähnliche “Lerncomputer” mit solchen Programmen, jedoch wäre es durchaus einfacher wenn es ein einheitliches Programm gibt, da dies auch für die Kinder einfacher wäre.

Advertisements

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden /  Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden /  Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden /  Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden /  Ändern )

w

Verbinde mit %s