Zum BarCamp am 9. Mai 2018

Am 9. Mai 2018 findet in den Räumen der Fachhochschule Clara Hoffbauer Potsdam (FHCHP) das erste BarCamp in diesem Jahr statt. Thema sind Digitale Medien und Soziale Arbeit. Studierende und Interessierte stellen an diesem Tag von 10:00-13:00 zu unterschiedlichen Schwerpunkten Aspekte dieses Themenfeldes in einzelnen Sessions vor. Wir freuen uns auf viele Teilnehmer_innen, die mitdiskutieren und/oder selbst ihr Erfahrungen mit uns teilen. Vorgeschmack gibt’s in einzelnen Artikeln von Studierenden auf diesem Blog.

Was sind BarCamps?

Mit BarCamps werden sogenannte Unkonferenzen als spontane Veranstaltungen oder „‚usergenerated conference‘“ (Keller, Bernhardt, Volk 2014: 262) bezeichnet, bei denen alle Beteiligten (Besucher_innen und Veranstalter_innen) Wissen und Erfahrungen austauschen. Die folgenden Ausführungen sollen einen kurzen Überblick über das Konzept von BarCamps geben. Für eine intensivere Auseinandersetzung sind unter dem Artikel einige Literaturempfehlungen und hilfreiche Links zusammengetragen.

Konferenzen waren gestern

BarCamps grenzen sich von der althergebrachten Form einer Konferenz ab. Das ist vor allem eine Abgrenzung von der Asymmetrie durch die exponierte Auswahl von einem kleinen Personenkreis, der vor Publikum Vorträge hält. BarCamps sind vielmehr offen für alle Interessierten. Es geht um das kollaborative Auseinandersetzen mit zunächst grob gerahmten Themen auf einem BarCamp, zu dem eingeladen.

Sessions einteilen

Die Einteilung von Sessions kann entweder online im Vorfeld oder live bei der Veranstaltung vorgenommen werden. Zu Beginn des BarCamps versammeln sich die Besucher_innen, um die einzelnen Sessions einzuteilen. Dabei kann jede_r ihr/sein Thema einbringen. Dieses wird auf ein Kärtchen geschrieben, kurz im Plenum vorgestellt und schließlich in den Timetable eingeordnet. Dieser regelt dann die Uhrzeit und Räume der einzelnen ca. 20min Sessions und ist wie bei Konferenzen auch in Slots eingeteilt. Das bedeutet, dass zur gleichen Zeit mehrere Sessions stattfinden.

Ein großes Spektrum an Formaten

Wie eine Session aussieht, kann ganz unterschiedlich sein. Grundgedanke ist die Möglichkeit, dass Interessierte ihre Vorschläge in ihrer eigenen Form einbringen. Denkbar sind ausgearbeitete Vorträge inklusive Powerpoint-Folien, kleine Experimente, Gesrprächsrunden zu spezifischen Problemen, Ideen oder offene Fragen.

Prinzip Selbstorganisation

Wie ein BarCamp verläuft, wer vorträgt, welche Themen verhandelt werden und wie die Veranstaltung ausgeht ist offen. Alle Beteiligten gestaltet das BarCamp mit, indem sie sich als Vortragende_r einbringen oder Sessions besuchen. Das BarCamp hängt damit vom Engagement aller Beteiligten ab. Jede_r darf – niemand muss! Das hat einerseits zur Folge, dass innerhalb von Session alle für den zeitlichen Verlauf mitverantwortlich sind. In den Sessions achten alle, dass der Zeitrahmen eingehalten wird und somit der Fortgang des BarCamps gesichert wird.

Prinzip Verantwortung

Andererseits bedeutet diese Verantwortung, dass niemand verpflichtet wird, in einer Session zu verbleiben. Wenn nicht das verhandelt wird, was man selbst erwartet hat, ist man jederzeit frei die Session zu verlassen. Das ist okay. Denn alle Beteiligten sollen ihre maximalen Vorteile aus dem BarCamp ziehen. Das bedeutet aber zugleich, dass jederzeit die Chance besteht, dass jede_r ihr/sein persönlich wichtiges Thema einbringen kann. Die Verantwortung jeder/jedes einzelnen besteht somit darin, für sich und die anderen das BarCamp mitzugestalten. Mein Thema ist nicht dabei? Das kann es in dieser Form nicht geben, weil man dann selbst diese Lücke schließen kann. Der Erfolg eines BarCamps bestimmt sich damit über das Engagement aller Teilnehmer_innen und nicht in erster Linie von den Redner_innen.

Das folgende Video erklärt zusammenfassend kurz, was ein BarCamp ist.

https://videos.mysimpleshow.com/BTn9z7qR0l

Vorteile von BarCamps

Durch die Offenheit des Formates sollen Barrieren der Interaktion möglichst niedrig gehalten werden. Das bedingt, dass sich die Teilnehmer_innen auf Augenhöhe begegnen. Wichtig ist somit weniger ein bestimmter Grad an Expertise, sondern das gemeinsame Aufeinanderzubewegen und das gemeinsame Tauschen von Erfahrungen. Expter_innen treffen gleichberechtigt auf Interessierte. Ein weiterer Vorteil ist auch, dass das Themenspektrum an allen Beteiligten und nicht an exponierten Redner_innen ausgerichtet ist, wodurch diverse Auseinandersetzung mit dem Rahmenthema der Veranstaltung ermöglicht werden. Und schließlich wird die Vernetzung mit anderen vorangetrieben, indem Kontakte geknüpft werden. So finden sich nicht selten auf BarCamps Personen, die gemeinsame Interessengebiete haben und zukünftig zusammenarbeiten wollen. Letzteres spricht auch den Vorteil oder wenigstens das Ziel an, den Wissenstransfer voranzutreiben.

Und wenn Ihr selber einmal an einem BarCamp teilnehmen wollt, dann laden wir euch hiermit ganz herzlich ein. Stattfinden wird es am 9. Mai 2018 in den Räumen der Fachhochschule Clara Hoffbauer Potsdam (FHCHP).

Im Mittelpunkt des BarCamps stehen Digitale Medien in der Sozialen Arbeit. Wir freuen uns auf euch.

Literatur zu Thema

Mergel, Ines/ Müller, Philipp S./ Parycek, Peter/ Schulz, Sönke E. (2013). Praxishandbuch. Soziale Medien in der öffentlichen Verwaltung. Wiesbaden: Springer.

Keller, Stefan Andreas/ Bernhardt, Thomas/ Volk, Benno (2014). „Teach-ins reloaded“ – Unkonferenzen und BarCamps. Charakter, aktueller Stand und Potenzial offener Tagungsformate im Wissenschaftsbetrieb. In Klaus Rummler (Hrsg.) Lernräume gestalten – Bildungskontexte vielfältig denken, Münster & New York: Waxmann, S.260-271.

 

Links

Schmidt, Falk (27. April 2015). „Barcamp und Open Space was ist der Unterschied?“ URL: https://falkschmidt.com/2015/04/barcamp-und-open-space-der-unterschied/ (Abgerufen am 16.03.2018)